5 Kommentare
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Avatar von Julian Keck

Hallo Herr Sandmann. Einen tollen Artikel haben sie da geschrieben. Ich finde auch schon lange Zeit, dass die Regeln wichtig für ein gutes Zusammenleben sind. Von den heutigen Libertären habe, ich den Eindruck, sie wollen durch das Abschaffen der Regeln die Freiheit erhalten, anderen die Freiheit zu nehmen.

Ihr Beitrag wird auf jeden Fall geteilt. Viele Grüße.

Avatar von Philipp Sandmann

Danke Ihnen, Herr Keck. Freue mich sehr über den Zuspruch. Viele Grüße, Philipp Sandmann

Avatar von Tarvo Merkällinen

hmmmh etliches davon habe ich ja auch schon vor Jahren so beschrieben. Und Stichwort KI kann man halt immer wieder etliche Folgen von Star Trek heranziehen um zu sehen: was wäre wenn.

Klar: einiges ist Utopie, aber es geht um Grundsätze, auch was das Thema "Freiheit" angeht.

Avatar von John S. Stewart

Herr Sandmann,

„Denn Deutschland ist ein Land, das seine Menschen nicht unterdrückt und ihnen nicht vorschreibt, was (oder was nicht) sie denken und sagen dürfen.“ So etwas ernsthaft zu schreiben, und das am selben Tag, an dem jemand verurteilt wird, weil er den Bundeskanzler „Lügenfritz“ genannt hat. (De facto 'Majestätsbeleidigung', denn es kann keine Verleumdung sein, da sein Name tatsächlich Fritz ist und er hat uns nachweislich mehrmals gelogen.) Strafbefehl in Höhe von 30 Tagessätzen, rechtskräftig. 'Freiheit'. Genau mein Humor.

Während Sie aus Tallinn die estnische Erinnerung an sowjetische Unfreiheit zelebrieren, erinnern sich Ostdeutsche ebenfalls sehr gut daran. Nur werden ihre daraus gezogenen Konsequenzen vom Berliner Elfenbeinturm als „rückständig-rechtsextrem“ denunziert. Estland selbst wählt hingegen kräftig EKRE und Isamaa — beide stärker als die EU-Lieblingspartei von Kallas. Die Doppelmoral ist bemerkenswert. AfD-Bashing muss schließlich weitergehen.

In der Zwischenzeit werden wir von der EU durch Regulierungen in ein Freilichtmuseum verwandelt, wodurch die letzten Reste der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Europa vernichtet werden, begleitet vom gesellschaftlichen Verfall und Zusammenbruch eines Sozialstaats (der für eine blühende Wirtschaft geschaffen wurde).

Wir brauchen weniger und bessere Regeln, keinesfalls mehr. In jedem Bereich. Was das Völkerrecht betrifft, so war es leider immer illusorisch, immer selektiv angewendet und immer der Willkür einiger weniger Großmächte abhängig. Ein nicht durchsetzbares Gesetz ist gleichbedeutend mit keinem Gesetz.

Niemand fordert eine Welt ohne jede Regel. Das ist Ihr Strohmann. Die reale Frage ist, ob wir noch mehr kleinteilige, wachstumsfeindliche EU-Regeln brauchen, oder deutlich weniger, einfachere und durchsetzbare. Sie transformieren Europa gerade in ein deindustrialisiertes Freilichtmuseum, während Sie von „Regeln, die Freiheit gewährleisten“ schwärmen.

Freiheit stirbt nicht durch fehlende Enzykliken, Herr Sandmann. Sie stirbt zentimeterweise durch genau jene Überregulierung und moralische Bevormundung, die Sie als Lösung anpreisen. Wir sind bereits einige Meter weit.

Viele Grüße

Avatar von Philipp Sandmann

Hallo Herr Stewart,

danke für den Kommentar. Freue mich immer über sachliche Debattenbeiträge.

Meine Antwort: Zum einen haben Sie sich natürlich einen kleinen (den wahrscheinlich kleinsten Teil) dieses Textes herausgesucht, um ihr Argument zu machen. Mein Post ist ja ein Teaser-Text für meinen längeren Artikel "Über eine Welt ohne Regeln", in dem es letztlich nicht um "mehr" Regeln geht, sondern um die Frage, warum es gerade einen so großen Drang danach gibt, gar keine Regeln mehr zu beachten. Der Fokus liegt hier ganz eindeutig auf dem Völkerrecht.

Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass niemand eine Welt ohne jede Regel fordert, denn das ist ganz genau das, was die Mächtigen (Putin, Musk, Trump) gerade fordern und letztlich auch tun. Insofern ist das kein Strohmann, sondern die Realität. Und auch beim Thema Durchsetzung von Völkerrecht muss ich widersprechen: Natürlich hat es nicht perfekt funktioniert, doch es hat über viele Jahre sehr gut funktioniert. Gerade Europa ist ein Beispiel dafür.

Ich schwärme auch nicht von Regeln, sondern beziehe mich lediglich auf die Geschichte und argumentiere, dass es Regeln (für die MÄCHTIGEN) braucht, um die Freiheit aller zu gewährleisten.

Ja, Freiheit stirbt zentimeterweise. Zum Beispiel dann, wenn wir keine Mittel finden, die Autokraten und Diktatoren dieser Welt zu stoppen. Wenn Sie schon über den Osten sprechen, dann müsste Ihnen das ja sehr klar sein.

Viele Grüße, Philipp Sandmann